Bei der Mitgliederversammlung am 12. Juli 2010 in Aachen
wurden Ergänzungswahlen zum Vorstand durchgeführt:
Das Protokoll der Mitgliedervesammlung findet sich im Mitgliederforum/Nur für Mitglieder.
Aufsichtsrat:

v.l. Johann Riegler, Michael Putz, Christine Stückelberger, Prof. Kurt Mrkwicka
(auf dem Foto fehlt Hans Eberhard Schneider)
Vorstand:

v.l. Peter Jennissen, Susanne Miesner (2. Vorsitzende), Klaus Balkenhol (Vorsitzender), Dr. Astrid von Velsen-Zerweck
(auf dem Foto fehlt Georg Fink)
Versmold, 22. Juni 2010
Stellungnahme zum Rücktritt von Dr. Gerd Heuschmann
Auf Grund unüberbrückbarer fachlicher und inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten ist Dr. Gerd Heuschmann – auf eigenen Wunsch – von seinem Vorstandsposten als zweiter Vorsitzender bei XENOPHON mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Dem Verein XENOPHON e.V. bleibt er jedoch als Mitglied erhalten.
Dr. Gerd Heuschmann hat sich über viele Jahre für gewaltfreies Reiten eingesetzt und ist ein erklärter Gegner der Rollkur. Er ist Initiator und Gründungsmitglied von XENOPHON e.V. und ist als Tierarzt ein Wegbereiter zum besseren Verständnis für die biomechanischen Zusammenhänge im Reitsport.
Die Mitglieder des XENOPHON-Vorstandes und -Aufsichtsrates bedauern diese Entwicklung sehr. Auf der bevorstehendem Mitgliederversammlung Mitte Juli in Aachen wird satzungsgemäß ein/e neue/r stellvertretende/r Vorsitzende/r gewählt.
gez..
Klaus Balkenhol
(Vorsitzender)
Köln
XENOPHON SONDEREHRENPREIS
Zum zweiten Mal wurden in Köln auf „Gut Keuschhof“ Sonderehrenpreise für PFERDEGERECHTES ABREITEN verliehen.
Die Gesellschaft für Erhalt und Förderung der klassischen Reitkultur Xenophon e.V. hat mit diesem Ehrenpreis den Focus auf den Arbeitsplatz gelenkt, da hier die entscheidenden Weichen für eine ehrliche Vorstellung in Pferdeleistungsschauen gelegt werden sollen und um die Diskussionen und Entwicklungen der letzten Jahre nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Chancen hatten sich selbsttragende Pferde mit zufriedenen, geschlossenen Mäulern, getragenem und leicht pendelndem Schweif, mit schwingendem, den Reiter gut sitzen lassenden Rücken.
Takt, Losgelassenheit und Anlehnung wurden beim Abreiten besonderer Aufmerksamkeit gewidmet.
Geachtet wurde auch auf den chronologischen Aufbau der Lösungsphase – den Übergang in die Arbeitsphase -, dem Erarbeiten und der Entwicklung von Lektionen.
Weitere Kriterien
- Eine gefühlvolle Handeinwirkung, die ganz klar im Zusammenhang mit den vorherrschenden treibenden Hilfen steht und dem Pferd erlaubt, die Hand des Reiters zu suchen und nicht von dieser dominiert wird.
- Angemessene Korrekturen - kein grober Sporen- oder Gerteneinsatz -
- Allgemeiner Umgang mit dem Partner-Pferd
Wenn man dann den Eindruck gewann, dass sich Reiter und Pferd in einem gegenseitigen Einverständnis befanden, waren diese in der engeren Wahl des Sonderehrenpreises.
Zum Schluss wurde der Prüfungsritt gesichtet. Hier war aber nicht der Rang, sondern die Umsetzung des Abreitens unter Prüfungskriterien entscheidend - kleine Fehler erlaubt. Disziplin sollte sich mit Harmonie ergänzen.
Vergeben wurden die Sonderehrenpreise in einer Dressurreiterprüfung der Kl. M an
Johanna Körfer und Bianca Köhler. Im St. Georg Spezial durfte sich Christian Mößner über die Auszeichnung freuen.
Unter allen Anwesenden fand der Sonderehrenpreis große Zustimmung und löste zahlreiche konstruktive Diskussionen aus. Die Bitte zahlreicher Richter, Ausbilder, Reiter, Funktionäre und vieler Zuschauer war es, solch einen Preis häufiger auszuloben.
Wie ist Ihre Meinung? Über ein Feedback würden wir uns freuen!
E-Mail: info@xenophon-classical-riding.de

„In der Kinderhand von Heute liegt das Pferdeglück von Morgen“
Dr. Gerd Heuschmann legt nicht nur den Finger in die Wunde, er nimmt den Reiternachwuchs an die Hand und sensibilisiert ihn für pferdegerechtes Reiten und eine harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd. Sein Kinder- und Jugendbuch „Mein Pferd hat die Nase vorn“ (2009 erschienen im Wu Wei Verlag) erfreut sich großer Beliebtheit und ist auch für viele Erwachsene – zum Beispiel für die Eltern Pferde begeisterter Kinder – eine gern gelesene Lektüre.
Dr. Gerd Heuschmann, 2. Vorsitzender von XENOPHON, Gesellschaft für Erhalt und Förderung der klassischen Reitkultur, beschränkt sich nicht auf die Tätigkeit als Autor. Im April 2010 fiel der Startschuss für seine neue Vortragsreihe, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Die Premiere - sie fand in Kooperation mit der Volkshochschule in Dülmen statt – war eine gelungene Veranstaltung. Die jungen Zuhören waren begeistert und wurden zum Nachdenken animiert. „Am Besten fand ich, Herrn Heuschmann mal live kennen zu lernen. Ich hatte sein Buch schon gelesen. Das gefällt mir gut und Herrn Heuschmann finde ich nett. Und gelernt habe ich auch viel. Das wird mein Pony freuen“, so eine junge Besucherin.
Unterstützt wird Dr. Gerd Heuschmann in seinem Anliegen von seiner Kollegin Dr. med. vet. Anita Schade. Zusammen arbeiten sie daran, Inhalte wie pferdegerechtes Reiten und Ausbildung, Umgang mit dem Pferd, sowie Haltung und Pflege in Zielgruppen orientierte Sprache und Form zu bringen, so dass in Zukunft immer mehr Pferde ihre Nase vorn haben dürfen.
Wer Interesse an einem Tagesseminar für Kinder und Jugendliche hat, wende sich bitte an:
Frau Siegrid Leichtl-Rau/ Wu Wei Verlag unter Tel. 08192-934327 oder Email: SL-Service@gmx.net
Literaturhinweis: „Mein Pferd hat die Nase vorn“, erschienen 2009 im Wu Wei Verlag; 2. Auflage; 26,50 Euro
Xenophon auf der PARTNER PFERD 2010 in Leipzig
Immer wieder volles Haus nicht nur bei den Vorträgen von Christine Stückelberger im Fachforum und im Aktionsring.
Gemeinsam mit den Xenophon Trainern Elke Trümner und Christina Barofke sowie Mitglied Barbara Bibas wurde der Stand auf der Partner Pferd in Leipzig fachkundig betreut. Zahlreiche Gespräche zeigten immer wieder, wie nachgefragt die Arbeit von Xenophon e.V. ist. Die Demonstrationen im Aktionsring mit den Lehrlingen vom Sächsischen Hauptgestüt Graditz, den Schülern der Gellert-Grundschule Wölkau und den Reitschülern der Reitschule Gut Göritz. fanden großen Zuspruch, die Vorträge über die Geschichte der Reitkunst, Ethik im Reitsport, artgerechte Pferdehaltung und Reiten Ü30 waren ebenfalls gut besucht. Insgesamt kamen in diesem Jahr 67.000 Besucher auf die Messe.
Dass auch die Leipziger Messe sich den Gedanken unseres Vereins nicht entziehen kann zeigte sich an dem Nachmesseschreiben an alle Aussteller. Der war überschrieben mit dem Zitat von Xenophon: „Ein Pferd von solcher Schönheit...“
Auch für nächstes Jahr (27. April bis 1. Mai 2011) ist die Fortführung des erfolgreichen Auftritts in Vorbereitung. Weltweit erstmalig finden dann in Leipzig die Weltcupfinals in Springen, Dressur und Fahren gleichzeitig statt. Es werden weit über 100.000 Besucher erwartet.
Ansprechpartner:
Christina Barofke, Gut Göritz Pferdebetrieb (FN), 04509 Schönwölkau
Telefon: 0172 / 6699963, christina.barofke@gut-goeritz.de
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Stellungnahme zu den „Neuen Steward-Richtlinien zu Abreite-Techniken“
Wir unterstützen die Forderung, aggressives Reiten zu verhindern, indem insbesondere Stewards eingesetzt werden, die sich in der Sache durchzusetzen wissen und keine Rücksicht auf prominente Namen nehmen.
Es ist für uns aber nicht akzeptabel, dass ein Pferd 10 Minuten lang mit einer durch Handeinwirkung erzwungenen, tiefen und engen Halsposition geritten werden darf.
Es widerspricht allen Regeln der Trainingslehre und Biomechanik, ein Pferd überhaupt längere Zeit in einer bestimmten Haltung zu reiten. Vielmehr ist ein häufiger Wechsel der Haltung, der Wechsel zwischen Dehnung und vermehrter Aufrichtung, zwischen Anspannen und Abspannen wertvoll und wichtig; dies hat nicht nur in physiologischer sondern auch in mentaler Hinsicht eine entscheidende Bedeutung für den Aufbau optimaler Leistungsfähigkeit und -bereitschaft sowie für das Wohlbefinden („welfare“) des Pferdes.
Eine durch die Hand erzwungene Halsposition, auch wenn sie nicht durch aggressive Einwirkungen zustande kommt, verhindert ein An- und Abspannen des gesamten Rumpfstreckersystems, somit ein losgelassenes Schwingen im Rücken.
Mental gesehen geht es hier nur um Subordination. Allerdings kann der geschickte Reiter diese ohne sichtbar aggressive Hilfen abrufen/erzwingen, wenn er das Pferd zu Hause entsprechend konditioniert hat.
Aggressives Reiten zu verdammen reicht nicht, weil der Steward dann nur äußerlich sichtbare, sprich aktiv grobe Einwirkungen wird sanktionieren wollen und können, nicht aber die für das Pferd genauso stressenden verdeckten.
Diese Guidlines sind so formuliert, dass kaum ein Steward es wagen wird, einen Reiter zu ermahnen, geschweige denn ihn zu pferdefreundlicherem Reiten zu zwingen. Dass die angekündigten Graphiken da etwas helfen, wagen wir zu bezweifeln.
Insgesamt darf man bezweifeln, dass diese Beschlüsse einen Fortschritt brächten, weil eigentlich durch diese Umbenennung nur die inzwischen negativ besetzte Bezeichnung Rollkur ausgetauscht, nicht aber die Handhabung verändert wird. Dieselbe Art des zwanghaften Reitens wird dadurch sogar legitimiert.
Wir wünschen uns Pferde, die auch in der Prüfung eine natürliche losgelassene Selbsthaltung zeigen, wie es die Regeln der nationalen und internationalen Federationen verlangen. Das erfordert für ihre Ausbildung, erst recht auch für das Abreiten eine dem Reglement entsprechende Reitweise und Reitmethode, die den Respekt gegenüber dem Pferd erkennen lässt.
Rosendahl, 5. Mai 2010
Der XENOPHON-Vorstand Der XENOPHON-Aufsichtsrat
Stellungnahme zum FEI-Beschluss zur Thematik „Rollkur/Hyperflexion“ am 9.2.2010 in Lausanne
von Dr. Gerd Heuschmann
„Jede Position von Pferdekopf und –Nacken, die durch gewaltvolle Einwirkung erreicht wird, ist nicht akzeptabel“, so das FEI-Statement zur „Rollkur-Tagung“ am 9. Februar in Lausanne.
Dr. Gerd Heuschmann war als Teilnehmer vor Ort. Sein Eindruck und seine Bewertung:
Ich bin ohne große Hoffnungen nach Lausanne gefahren. Ehrlich gesagt, wäre ich am liebsten zu Hause geblieben. Ein Blick auf die Gästeliste der FEI-Webside ließ keine großen Hoffnungen zu. Es war nicht zu erwarten, dass sich viel verändern würde. Aber die vielen Zusprüche im Vorfeld, das rege Interesse der Medien und die 41.000 Unterschriften auf den Petitionslisten gegen die Rollkur haben mich dann doch bewegt. Ich muss wirklich sagen, dieser Rückenwind hat mich nach Lausanne getragen. Und das war gut so! Meine Befürchtungen trafen nicht ein. Ich hatte mich getäuscht.
Diese Veranstaltung war keine Alibiveranstaltung! Sie war gut vorbereitet, sehr strukturiert und es war deutlich spürbar, dass allen Teilnehmern bewusst war: Es muss etwas passieren! So waren Roly Owers, Tony Tyler (von der World Horse Welfare) und ich keines Wegs „Alibiteilnehmer“. Es war vielmehr so, dass wir stellvertretend für die breite öffentliche Meinung standen. Richard Johnson, FEI Communications Director äußerte es laut und unmissverständlich: „Die Menschen lehnen Rollkur strikt ab. Wir dürfen sie deshalb nicht länger dulden!“ Der öffentliche Druck, der auf dieser Tagung lastete war deutlich spürbar: „Wir brauchen Ergebnisse, die etwas zum Wohle der Pferde ändern!“
Im Laufe der Veranstaltung bildeten sich drei Begriffe heraus: Rollkur, Hyperflexion und LDR (Low, Deep und Round). Rollkur und Hyperflexion wurden klar und deutlich aus tierschutzrelevanter Sicht abgelehnt, da sie mit Gewalt erzeugt werden. LDR wird hingegen aus TIERSCHUTZ Sicht geduldet. Ich betone hier noch einmal: aus tierschutz Sicht. Es geht an dieser Stelle nicht darum, ob LDR einer klassischen Ausbildungsmethode entspricht. Das tut sie nicht! Das ist und bleibt meine Meinung! Aber wenn ein Pferd ohne Zwang und Gewalt die Nase hinter der Senkrechten hat, so ist dies kein Fall für den Tierschutz. Ich würde nie ein Pferd so ausbilden wollen. Die Nase gehört nach vorn. Trotzdem halte ich den in Lausanne getroffenen Beschluss für einen großen Schritt in die richtige Richtung! Jede aggressive Form der Beizäumung wird abgelehnt! Das ist mehr als ich in meinen kühnsten Träumen von einer Tagung der FEI erwartet hätte.
Auf diesem Beschluss dürfen wir uns selbstverständlich nicht ausruhen. Wir müssen darauf achten, dass der Interpretationsspielraum, den diesem Beschluss enthält zum Wohle der Pferde genutzt wird. Aber auch der FEI ist bewusst, dass es mit Beschlüssen allein nicht getan ist. In allen Ausschüssen der verschiedenen Reitdisziplinen wird an konkreten Handreichungen für die Verantwortlichen am Rande der Abreitplätze gearbeitet. Auch eine Videoüberwachung der Abreiteplätze ist angedacht. Selbstverständlich braucht die Umsetzung Zeit. In dieser Zeit werden wir nicht untätig abwarten, sondern weiter kritisch und konstruktiv für das Wohl der Pferde eintreten. Jedem gewalttätigen Reiter können wir nun die rote Karte mit folgender Aufschrift zeigen: „Jede Position von Pferdekopf und –Nacken, die durch gewaltvolle Einwirkung erreicht wird, ist nicht akzeptabel. Unterschrift: FEI“.
Ich möchte an dieser Stelle mich noch einmal bedanken. Danke an HRH Princess Haya, die die Sitzung wirklich gut strukturiert geleitet und vorbereitet hat und sich klar bekannt hat: „Wir dulden keine aggressive Reiterei mehr!“
Dank an:
Alle Teilnehmer der Konferenz, die sich konstruktiv zum Wohle der Pferde engagiert haben.
Alle Vertreter der Medien, die klar und deutlich Stellung bezogen haben.
Alle, die die Unterschriftenaktionen unterstützt haben.
Alle, die mich im Vorfeld motiviert und unterstützt haben.
Der erste große Schritt ist getan.
Gerd Heuschmann
Text von Petra Herrmann
Stellungnahme zum FEI-Beschluss zur Thematik „Rollkur/Hyperflexion“ am 9.2.2010 in Lausanne von Martin Plewa
Martin Plewa
Westfälische Reit- und Fahrschule e.V.,
Havichhorster Mühle 100 A
48157 Münster
16. Februar 2010
Stellungnahme zum Ergebnis der FEI Round Table Conference am 9.2.2010
Aus meiner Sicht ist sehr zu begrüßen, dass insbesondere jede Form aggressiven Reitens als nicht akzeptabel und damit als sanktionswürdig angesehen wird, unabhängig von einer reitsportlichen Disziplin. Auch finde ich es gut, dass „hyperflexion“ („Rollkur“) als eine Flexion des Pferdehalses definiert wird, die durch aggressiven Zwang erreicht wird und deshalb ebenfalls nicht akzeptabel ist. Mit solch einem Ergebnis hatte ich im Vorfeld nicht gerechnet. Ich vermute, dass der von vielen Pferdeleuten unterzeichnete Brief von Klaus Balkenhol an die FEI, die Einlassungen von Herrn Dr. Heuschmann auf der Konferenz selbst, aber v.a. auch die Unterschriftenaktionen wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Das FEI – Statement lässt für die Praxis aber noch viel Interpretationsspielraum zu (wann ist Reiten aggressiv?), weshalb es jetzt wichtig ist, Richter und Stewards besonders zu schulen, um zu einer einheitlichen Umsetzung dieser Politik zu gelangen.
Positiv zu werten ist auch, dass es nicht als notwendig erachtet wird, das gültige Regelwerk zu ändern; wäre nur schön, wenn sich auch alle (Reiter, Richter, Trainer) daran halten würden.
Martin Plewa
Mitgliederbefragung
Allen unseren Mitgliedern sagen wir herzlichen Dank für die grandiose Anzahl zurückgesandter Fragebögen!
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